Im letzten Jahr hat ein Wetterphänomen die Gegend hier heim gesucht. Am Rande eines Gewitters haben sich Fallwinde gebildet und im Wald großflächig die Bäume um knicken lassen. Kurz vor Sonnenuntergang ist es passiert. Die Sonne steht schon so tief, das sie die Wolken zum Teil von unten an strahlt und dadurch orange färbt. Kurz nach den Bildern ist hier die Hölle losgebrochen. Und dann hatten wir erstmal ein paar Stunden Stromausfall.
Sonnenuntergangsstimmung zur Erntezeit in der Mitte von Deutschland. Die Strahlen der untergehenden Sonne umhüllen die reifen Ähren mit einem warmen Licht. Drei Tage später war das Feld dann abgeerntet. Also genau den richtigen Zeitpunkt erwischt, um mit dem Makro Objektiv noch einmal aktiv zu werden. Leider sind bei uns die Felder alle recht klein. Endlose Weiten von Korn und blauem Himmel sieht man hier vergebens. Trotzdem ist die Erntezeit für mich eine der spannenden Jahreszeiten. Es ist warm genug, es liegt ein Duft in der Luft. Und auf den frisch gemähten Feldern tummeln sich allerlei Vögel und Wildtiere. Die man sonst eher schwer zu Gesicht bekommt.
Cementerio del Cofete – Der verlorene Friedhof von Cofete. Hinter den Bergen von Jandia, unweit der berüchtigten Villa Winter liegt ein verwunschener Ort. Ein alter, verlassener Friedhof. Die Natur und der Sand der Zeit haben sich zurückgeholt, was der Mensch einst der Natur abgetrotzt hat. Fast vom komplett Sand überdeckt, tagen nur noch ein paar Kreuze und ein Teil der Mauern heraus. Der Rest vom Cementerio del Cofete ist schon lange vom Wind zu geweht worden. Ein mystischer Lost Place.
Der Friedhof liegt direkt an einem der schönsten und ungerührtesten Strände von Fuerteventura. Auf diesen Teil der Insel führt nur eine Buckelpiste und keine befestigte Straße. Es gibt keine Hotels oder ähnliches. Auf der einen Seite fallen die Berge von Jandia steil ab, auf der anderen tobt das Meer.
Während des Zweiten Weltkrieges erbaute der deutsche Ingenieur Gustav Winter die Villa Winter in der Nähe von Cofete. Angeblich um dort Tomaten zu züchten. Die Bewohner von Cofete mussten ihr Dorf verlassen, ein Teil der Halbinsel wurde zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Welchen Zweck genau die Villa Winter, das Flugfeld, oder die Straße im Nirgendwo erfüllten ist immer noch nicht bekannt. Es gibt Gerüchte von einem geheimen U-Boot Stützpunkt bis hin zum Nazi Fluchtweg nach Süd-Amerika. Ob der Friedhof beim Bau der Villa entstanden ist, oder ob er zum Dorf gehörte weiß ich nicht. Jedenfalls ist er seit Jahren verlassen. Oder eher seit Jahrzehnten. Das Tor ist so vom Sand zu geweht, das man es nicht mehr auf bekommt. Man muss also über die Mauer klettern um hineinzukommen. Dafür ist es ein Ort der absoluten Ruhe. Keine Besucher, keine Touristen, nur der Wind, der Sand und das Meer.
Bei schlechtem Wetter ist es die ideale Kulisse für einen italienischen Zombiefilm. Die Kreuze uns Steine die aus dem Sand ragen. Es fehlt nur noch eine Skelethand die aus dem Sand ragt. Leider habe ich keine dabei gehabt, sonst hätte ich so ein Foto gemacht 🙂 Für mich ist der Friedhof von Cofete auf jeden Fall ein muß. Bei jedem Besuch von Fuerteventura. Und die Fahrt dorthin ist ein schönes Abenteuer. Und natürlich gibt es auch einen Wanderweg welcher genau zum Friedhof führt.
Wie man sieht kann ich mich mal wieder nicht entscheiden, welche Bilder ich zeigen will. Es ist einfach viel zu schön dort. Allerdigs sind die Bilder bei mehreren Besuchen in Cofete entstanden. Für einen Urlaub wäre es doch etwas zu viel.
Der Faro Bajamar im Norden von Teneriffa bei Sonnenuntergang. Bajamar hat mittlerweile einen große Instagramability wie man ja mittlerweile sagt, wenn ein Ort eine Fotoattraktion zu bieten hat. In Bajamar sind es die Wellen welche vor allem im Winter gegen die Küste knallen und ein wahres Wasserfeuerwerk hervorrufen. Der Leuchtturm steht auf einer Promenade zwischen einem kleinen Strand und frei zugänglichen Meerwasserschwimbecken. Die Wellen knallen gegen die Promenade und sorgen für das Wasserspiel. Wenn man nicht nass werden will, sollte man sich einige Meter vom Leichtturm weg begeben. Die ein oder andere Welle überragt ihn von der Höhe her und sorgt für einen sehr fotogenen Hintergrund. Es war echt schwer den Faro Bajamar mal ohne Touristen in Selfistellung aufs Bild zu bekommen. Dafür waren dann kurz vor Sonnenuntergang alle abgezogen. Es loht sich also eher gegen Abend dort hinzufahren.
Sonnenuntergang am Mirador de los Canarios. Hoch in den Bergen der Halbinsel Jandia, ganz im Süden von Fuerteventura liegt der Mirador de los Canarios. An der Tankstelle bei Mal Nombre biegt man ab in die Berge. Immer gerade aus, auf der Straße die Gustav Winter damals in die Berge bauen ließ. Wobei Straße etwas übertrieben ist. Mitlerweile besteht sie fast nur noch aus Schlaglöchern. Wir konnten noch mit dem Mietwagen bis oben hinfahren, ich habe aber gelesen das sie oft für Autos gesperrt ist. Einmal oben angekommen hat man einen tollen Blick über den Süden der Insel und vor allem auf den Playa de Cofete. Achtung, dort oben ist es sehr windig, und das Wetter schlägt sehr leicht um. Vom Mirador aus soll ein alter Hirtenpfad bis runter an den Strand führen. Dieser ist aber nicht befestigt und kein offizieller Wanderweg. Allgemein geht es dort oben sehr steil bergab. Es ist also etwas Wachsamkeit angebracht.
Natur pur. Große Sandberge direkt am Meer. Die Dünen von Maspalomas. Es könnte so schön sein. Hätte nicht jemand sein Hotel mitten in das Naturschutzgebiet gebaut. Ist ja leider oft so in Spanien. An sonsten sind die Dünen wirklich sehr schön. Allerdings sollte man die Dünen von Maspalomas an sonnigen Tagen nur mit passendem Schuhwerk besuchen, der Sand wird sehr heiß. Und man darf sich nicht wundern, die Dünen sind quasi FKK Gebiet und hinter jedem Sandhaufen könnte ein nackter „lauern“. Da es sich um Wanderdünen handelt sehen sie nach jedem Wind anders aus. Leider scheint der Sand abzunehmen oder der Transport nicht mehr zu funktionieren. In kanarischen Zeitungen konnte man von einem „auffüll“ Plan lesen, es soll also Sand aus der Sahara aufgeschüttet werden, damit die Dünen erhalten bleiben.
Das Anaga-Gebirge im Osten von Teneriffa ist schon ein verwunschener Ort. Man könnte meinen dieser Wald wurde von Tim Burton erschaffen. Jedenfalls fühlt man sich sofort wie in einem düsteren Märchenfilm. Jeden Moment kann der kopflose Reiter aus Sleepy Hollow um die Ecke geritten kommen. Dichter Lorbeer Urwald, knorrige, verwachsene Bäume und zwischen drin tolle Wanderwege. Schlechtes Wetter gibt es dort eigentlich nicht, es ist immer neblig und feucht, das Wasser tropft von den Bäumen und verfängt sich in Flechten und Moosen. Der Wind peitscht die Wolken vom Atlantik her durch das Anaga-Gebirge, die Wassertropfen bleiben an den Pflanzen und Blättern kleben. Der Wechsel zwischen Sonne und Nebel dauert nur Sekunden. Eben noch das Objektiv gewechselt, schon sieht man nichts mehr.
Ein Teil der Wanderwege ist mit Holzplanken befestigt, der Großteil geht aber über feuchten, roten Boden. Je nach Wetterlage kann dort gerne auch mal etwas Wasser ab fließen.