Makroaufnahme einer Gemeinen Wespe (das ist der Name der Gattung) auf dem Boden, nach einem Regen

Die Gemeine Wespe ganz nah

Eine Wespe kennen wir alle – doch wie sieht sie aus, wenn man ihr ganz nahekommt? Die Makrofotografie eröffnet einen faszinierenden Blick in eine Welt voller feinster Strukturen und überraschender Details. Die zehn Aufnahmen zeigen eine Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) in beeindruckender Nähe und Schärfe.

Besonders auffällig ist das Gesicht: Auf dem gelben Stirnschild zeichnet sich der charakteristische schwarze „Anker“ ab. Er ist ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Gemeinen Wespe und unterscheidet sie von der Deutschen Wespe, die an dieser Stelle schwarze Punkte trägt. Auch die drei kleinen Punktaugen, die sogenannten Ocellen, sind auf den Aufnahmen deutlich zu erkennen.

Doch hinter dem markanten Äußeren steckt ein äußerst nützliches Tier. Die Gemeine Wespe ist in Mitteleuropa weit verbreitet und hilft dabei, das natürliche Gleichgewicht zu erhalten. Ein Wespennest kann täglich Tausende Mücken, Fliegen, Raupen und andere Insekten erbeuten. Nebenbei besuchen Wespen Blüten und tragen so zur Bestäubung bei.

Erst im Spätsommer werden sie für uns häufiger zur Plage. Wenn die Larvenaufzucht endet, suchen die Arbeiterinnen verstärkt nach Zucker – und finden ihn auf Kuchen, Obst oder in unseren Getränken.

Wer genau hinsieht, entdeckt statt eines lästigen Insekts ein erstaunlich komplexes und faszinierendes Geschöpf.

Deutsche Wespe

Wespe ißt Melone

Fleißige Wespe, immer wieder wird das Stück Wassermelone angeflogen
Wespe öffnet ihren Kiefer. Mundwerkzeuge und Fühler gut zu erkennen

Zufallsfotografie im Garten. Ich habe im Garten gesessen und Wassermelone gegessen. Immer mehr Wespen haben sich an den Melonenresten und vor allem am Melonensaft auf dem Teller zu schaffen gemacht. Ich hatte das Gefühl, dass immer eine Wespe kommt, sich ein Stück Melone schnappt und wieder verschwindet. Etwa im 3-Minuten-Takt. Also muss das Nest irgendwo in der Nähe sein. Die Nikon mit Sigma 150mm Makro vor dem Teller positioniert und gewartet. Es hat nicht lange gedauert, bis die Wespen zurück gekommen sind. Nach ca. einer Stunde hatte ich alle Bilder im Kasten. Ganz schön flink, die kleinen Wespen. Sie sitzen kaum mal für ein paar Sekunden an derselben Stelle. Selbst nachdem ich die Teller weggeräumt habe, sind sie noch gekommen und haben nach der Melone gesucht.

Die Kieferwerkzeuge sind gut zu sehen und auf dem Kopz die Ocellen
Ein Stück Melone im Maul, bereit für den Abflug